Hallo ihr Lieben,

das Leben ist nicht nur schwarz oder weiß oder grau. Nein, es ist ganz bunt. Also steckt in einer sogenannten Alternativlosigkeit immer mindestens eine andere Möglichkeit. Die verschiedenen Möglichkeiten zu finden und heraus zu arbeiten spielen für mich als Lösungsfinder eine große Rolle. Genauso das Quadrat, es ist für mich die runde Form unter den eckigen, nicht umsonst sagt man „die Quadratur des Kreises“. Dadurch kommt natürlich auch die Zahl 4 immer wieder zum Vorschein. Schon das Blattgold kommt in der Form, 8 cm x 8 cm im Quadrat.

Dieses Werk habe ich auf Fotografie gearbeitet. Ich stieß auf diese Bodenfliese in einer Kirche, bei der ersten meiner Ausstellungen in Aumontzey in Frankreich. Immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Diese Fliese hat es mir wegen ihrem Muster besonders angetan. Erinnert es mich an den Tausend blättrigen Lotus und auch die Blume des Lebens in überlagerter Form.

Das Titelbild zeigt die einfachste Variante der Möglichkeiten, mit dieser Fliese zu spielen. Klar der Punkt in der Mitte und im Abstand der weit genug erscheint ein Rahmen in Form des Quadrats. Erscheint im wahrsten Sinne des Wortes. Durch das Gold.

Dann das Muster des Lotus.

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Einmal positiv und negativ, wie man in der Fotografie sagen würde. Ich habe jetzt nicht bestimmt, was was sein soll. Das überlasse ich dem Auge und dem Empfinden des Betrachters.

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Positiv beschreibt man wohl das Bild, das die eigentliche Form darstellt, und das Negativ ist dann die Umkehrung dessen, was, wie in diesem Werk, den Zwischenraum darstellt. Bei einer Blume selbst stellen die Linien die Abgrenzung des einzelnen Blattes her und die Fläche zeigt das Blütenblatt. Also entscheidet bitte selbst. Positiv und negativ sind hier auch keine Frage von Bewertung wie schöner oder nicht so schön, sondern lediglich die Beschreibung der Unterschiede.

Und dann kommt die vierte Variante.

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Der Mittelpunkt wiederholt sich hier. Vielleicht könnte man die einzelnen Elemente Mittelpunkt, Quadrat, Lotus positiv, Lotus negativ und den gestrichelten Rahmen auch noch ganz anders miteinander kombinieren. Was wäre das Ergebnis? Man bekäme weitere Möglichkeiten.

So ist es im Leben, nach meiner Erfahrung auch. Selbst wenn man situativ mal keine andere Möglichkeit hat, wünscht man sich am besten eine und hält durch, bis sie erscheint. Ihr seht ja auch hier auf meinem Blog, wie viele Möglichkeiten zu mir kamen.

Zusätzlich noch ein Foto vom Work in Progress.

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Zum Glück habe ich keine tausend Blätter Gold für den Lotus gebraucht, doch habe ich flächig gearbeitet. Je nach Linien schneide ich mir das Gold ja auch in passende Stücke um nicht verschwenderisch, sondern bewusst damit zu umzugehen. Hier habe ich einfach die Linien mit Anlegemilch nach gestrichen und die Blätter aufgelegt. Dann musste ich nur noch die Zwischenräume frei pinseln. Selbstverständlich habe ich das Gold in einem Glas gesammelt und weiter verarbeitet. Dazu gerne im nächsten Beitrag.

Herzlichst eure,

Anemone